9.07.2016

Ausgewandert

Erst wie ein Traum
Glaubt man es kaum
Sanft zart verändert
Selbstgewußt bewogen
Die andere Seite bezogen

Ein Weg, zwei Herzen
Drei Zungen, Vier Augen
Vorblick, Rückblickschmerzen

Direkter Vergleich aber verzogen
Erster Eindruck neugierig gewogen
Mit rosaner Verziehrung gerändert
Bricht langsam Weise vom Zaum
Entfacht verwurzelt den Stammbaum

Mehr Pfad, viel Gefühl
Viel mehr Gedanken, leere Lade
Umsicht, Grenzgewühl

Zuweilen zwischen den Zeilen
Zwischen den Stühlen nie heilen
Nichts halbes und nichts kaputes
Neu geschaffen selbst gefunden
Eckig fängt an abzurunden

Bleibt immer noch selbst verbunden
Wird doch manches auch geschunden
Bleibt so einiges des Gutes
Gepflegt das Alte mit Neuem zu teilen
Auf grünem Gras entlang zu eilen




9.06.2016

Lulatsch von Tag

Ganz ungern, gezwungen
Viel zu, aber ganz ordentlich
Früh des Tages erblinzelter Sonnerstrahl
Mit dem Kopfkissen gerungen
Aus laut gedröhnter Gewissenpflicht

Weg der Tat auf hetzender Flucht
Voll der Pläne gedachter Zunft
Unvorhergesehender Nöte Sucht
Leerer Lehren wuchender Sumpf

Eiliger Rückzug nach der Weise
Suche nach Ruhe mühevoller Art
Hallt der Gedanke allerdings leise
Des Lebenszweg gebogen ward

Erlass dem Nachwuchs gelesen bedacht
Austausch der Ereignisse Tracht
Das Gemüht nach Freiheit gern gelacht
Doch dem Gewirre oft Platze macht